Was ist das mexikanische hallucinogene Getränk?

Was ist das mexikanische hallucinogene Getränk?
Jan 30, 2026

Vielleicht hast du schon davon gehört: ein altes mexikanisches Getränk, das die Sinne verändert, die Wahrnehmung verschwimmen lässt und tief in spirituelle oder mystische Erfahrungen führt. Es ist kein gewöhnlicher Wein, kein Bier, kein Agavenschnaps. Es ist Peyote-Wein - ein traditionelles, hallucinogenes Getränk, das seit Jahrhunderten von indigenen Völkern in Mexiko verwendet wird. Aber was genau ist es? Und warum wird es heute oft mit Cannabis verwechselt?

Was ist Peyote und wie wird es getrunken?

Peyote ist kein Getränk im klassischen Sinn - es ist eine kleine, kaktusartige Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Lophophora williamsii. Sie wächst in den trockenen Gebieten von Nordmexiko und im südlichen Texas. In ihrem Inneren enthält sie den Wirkstoff Mescalins, einen starken Halluzinogen, der das Gehirn direkt beeinflusst. Mescaline verändert die Wahrnehmung von Zeit, Raum und Selbst - Menschen berichten von intensiven Farben, verschwommenen Konturen, tiefen Einsichten und manchmal auch Angstzuständen.

Traditionell wird der Peyote-Kaktus nicht als Wein zubereitet, sondern als getrocknete "Knöpfe" gekaut oder als Pulver in Wasser aufgelöst und getrunken. In einigen Regionen, besonders bei der Huichol- und Tarahumara-Bevölkerung, wird die Masse mit Wasser gemischt, langsam gekocht und als trüber, bitterer Sud getrunken. Dieser Sud wird oft als "Peyote-Wein" bezeichnet - ein Begriff, der von Außenstehenden erfunden wurde, um ihn verständlicher zu machen. Es ist kein Wein aus Trauben, sondern eine rituelle Infusion.

Warum wird es mit Cannabis verwechselt?

Die Verwechslung mit Cannabis ist weit verbreitet - und völlig falsch. Beide Pflanzen haben eine lange Geschichte in Mexiko, aber sie wirken völlig unterschiedlich. Cannabis wirkt hauptsächlich über THC, das Entspannung, Lachen und manchmal leichte Halluzinationen auslöst. Peyote hingegen ist ein starkes Psychedelikum: Es verändert die Wahrnehmung komplett, oft über 10 bis 12 Stunden. Die Erfahrung ist intensiver, schwerer zu kontrollieren und wird in der traditionellen Kultur nicht als Freizeitdroge, sondern als Heil- und Ritusmittel betrachtet.

Der Irrtum kommt oft daher, dass beide Pflanzen als "natürliche Drogen" gelten und in der westlichen Popkultur als "exotische Rauschmittel" vermarktet werden. Aber während Cannabis seit Jahrzehnten in der Medizin und Freizeit genutzt wird, ist Peyote in Mexiko streng geschützt und nur für religiöse Zeremonien erlaubt. In den USA ist es sogar als Suchtstoff der Klasse I eingestuft - ohne medizinische Anwendung.

Wie wird Peyote in der indigenen Kultur verwendet?

Bei den Huichol, Tarahumara und anderen indigenen Gruppen ist Peyote Teil einer jahrtausendealten spirituellen Tradition. Die Zeremonien finden oft in der Nacht statt, in der Natur, begleitet von Gesang, Trommeln und Gebeten. Die Teilnehmer fasten vorher, trinken den Sud und erleben dann eine Art "Reise" - oft als Begegnung mit Ahnen, Tieren oder göttlichen Kräften. Die Erfahrung dient der Heilung, der Klärung von Lebensfragen oder der Reinigung von Seele und Körper.

Es gibt keine "Peyote-Party" in Mexiko. Wer das Getränk in einer Stadt trinkt, um sich zu "high" zu machen, missversteht die Kultur komplett. Die indigenen Gemeinschaften sehen es als heilig an - und schützen es mit großer Hingabe. In den letzten Jahren haben viele von ihnen gegen kommerzielle Ausbeutung gekämpft, weil Touristen und Drogenhändler versuchen, Peyote zu sammeln und zu verkaufen.

Surreal vision of ancestral spirits and colors during a peyote ritual

Was passiert im Körper, wenn man Peyote trinkt?

Mescaline wirkt ähnlich wie Serotonin - es bindet an bestimmte Rezeptoren im Gehirn, die für Wahrnehmung, Stimmung und Gedächtnis zuständig sind. Die Wirkung setzt nach 30 bis 90 Minuten ein, erreicht ihren Höhepunkt nach 2 bis 4 Stunden und hält bis zu 12 Stunden an. Typische Effekte sind:

  • Veränderte Farbwahrnehmung (Farben erscheinen leuchtender, verschwimmen)
  • Zeitdehnung (eine Minute fühlt sich wie eine Stunde an)
  • Verstärkte Emotionen - von tiefer Friedlichkeit bis zu Angst
  • Visuelle Halluzinationen (Muster, Lichter, fließende Formen)
  • Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche - oft als "geistige Reinigung" gedeutet

Einige Menschen berichten von spirituellen Erleuchtungen, andere von schweren Panikattacken. Die Wirkung hängt stark von der Umgebung, der eigenen Verfassung und der Dosis ab. Es gibt keine sichere Dosis - jeder Kaktus hat eine andere Mescalinkonzentration.

Wie gefährlich ist Peyote?

Peyote ist nicht toxisch in dem Sinne, dass es Organe schädigt oder zu Überdosis-Tod führt - aber es ist psychologisch sehr intensiv. Menschen mit Vorgeschichte von Psychosen, Depressionen oder Angststörungen sollten es niemals probieren. Die Erfahrung kann traumatisch sein, besonders wenn sie in einer unvorbereiteten oder unsicheren Umgebung stattfindet.

Ein weiteres Problem: Die Pflanze wächst extrem langsam. Ein Peyote-Kaktus braucht bis zu 10 Jahre, bis er reif ist. Durch Überernte und illegale Sammlung ist die Art heute bedroht. In Mexiko ist der Handel mit Peyote ohne Genehmigung strafbar - und viele indigene Gemeinschaften kämpfen darum, ihre Traditionen zu bewahren, während die Natur zugrunde geht.

Gibt es moderne Alternativen zu Peyote?

Heute gibt es keine echte, legale Alternative zu Peyote - aber einige Menschen experimentieren mit anderen Halluzinogenen wie Psilocybin (Zauberpilze) oder DMT. Diese wirken schneller, sind aber ebenfalls stark und nicht ohne Risiko. In der Forschung wird Mescaline seit den 1950er Jahren untersucht - besonders in der Psychiatrie, um Depressionen oder Sucht zu behandeln. Doch bis heute gibt es keine zugelassenen Medikamente auf Mescaline-Basis.

Einige Anbieter im Internet verkaufen "Peyote-Extrakt" oder "Peyote-Wein" - aber oft ist das nur ein Betrug. Die meisten Produkte enthalten gar kein echtes Mescaline, sondern synthetische Substanzen oder gar nichts. Wer echtes Peyote sucht, findet es nur in kontrollierten rituellen Kontexten - und selbst dann nur mit Erlaubnis der Gemeinschaft.

Fragile peyote cactus threatened by illegal harvest and cultural loss

Was ist mit San Pedro und anderen Kaktusarten?

Ein weiterer Kaktus, der oft mit Peyote verwechselt wird, ist San Pedro (Echinopsis pachanoi). Er wächst in den Anden und enthält ebenfalls Mescaline - aber in geringerer Konzentration. San Pedro wird in Peru und Ecuador seit Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet. Im Gegensatz zu Peyote ist er leichter zu züchten und wird heute oft in westlichen "Psychedelischen Workshops" verwendet.

Obwohl er weniger intensiv wirkt als Peyote, ist auch San Pedro in vielen Ländern illegal. In Mexiko ist er nicht so stark geschützt wie Peyote - aber der Handel mit ihm ist dennoch riskant. Wer ihn als Getränk zubereitet, muss ihn schälen, trocknen und lange kochen - ähnlich wie Peyote. Die Erfahrung ist ähnlich, aber oft weniger "spirituell" und mehr wie eine lange, bunte Reise.

Warum ist Peyote-Wein heute so umstritten?

Es geht nicht nur um Drogen - es geht um Kultur, Kolonialismus und Ausbeutung. Seit der spanischen Eroberung wurde Peyote als "teuflisch" verurteilt. Die Kirche verbot es, die Regierung verfolgte es. Heute wird es von einigen als "Rauschmittel" abgetan, während andere es als Heilmittel sehen. Die indigenen Völker hingegen sehen es als Teil ihrer Identität - als Brücke zwischen Mensch und Natur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Wenn du heute in Mexiko fragst: "Wo bekomme ich Peyote-Wein?", bekommst du entweder eine Antwort, die dich erschreckt - oder gar keine. Es wird nicht verkauft. Es wird nicht getrunken. Es wird gelebt.

Was solltest du wirklich wissen?

Wenn du an hallucinogenen Getränken interessiert bist - dann sei dir bewusst: Peyote-Wein ist kein Cocktail, kein Partytrunk, kein TikTok-Trend. Es ist ein kulturelles Erbe, das nicht für Touristen gedacht ist. Es ist keine Droge, die man "ausprobiert". Es ist ein Ritus, der Jahrhunderte brauchte, um zu entstehen - und der heute von Menschen verteidigt wird, die kaum gehört werden.

Wenn du tiefer in die Welt der Halluzinogene einsteigen willst, dann beginne mit Forschung, nicht mit Kauf. Lies über die Huichol, über die Arbeit von Anthropologen wie Dr. Michael Winkelman oder über die Studien der Johns Hopkins University über Psychedelika und Spiritualität. Verstehe, was dahintersteht - bevor du auch nur einen Tropfen berührst.

Und wenn du jemals in Mexiko bist - geh in die Wüste. Hör den Wind. Sieh die Kaktusblüten. Respektiere das, was dort lebt. Denn das, was du suchst, ist nicht in einer Flasche. Es ist in der Erde, in der Geschichte - und in den Menschen, die sie bewahren.

Ist Peyote-Wein legal in Deutschland?

Nein, Peyote und der Wirkstoff Mescaline sind in Deutschland als Suchtstoffe der Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes eingestuft. Der Besitz, die Verbreitung oder der Konsum ist strafbar - unabhängig davon, ob es um die Pflanze, das Pulver oder einen Sud geht. Auch der Import aus Mexiko ist illegal.

Kann man Peyote-Wein selbst herstellen?

Technisch ja - aber es ist riskant und illegal. Die Pflanze ist schwer zu beschaffen, die Dosierung ungenau und die Wirkung unberechenbar. Außerdem ist der Anbau und die Ernte von Peyote in Mexiko streng reguliert. Wer versucht, es selbst herzustellen, gefährdet nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die Überlebenschancen der Pflanze in der Natur.

Warum wird Peyote manchmal als "Cannabis-Wein" bezeichnet?

Das ist ein Irrtum. Peyote enthält kein THC und ist kein Cannabis-Produkt. Die Verwechslung kommt von der falschen Vorstellung, alle "natürlichen Rauschmittel" seien gleich. Cannabis wirkt entspannend, Peyote verändert die Wahrnehmung völlig. Sie haben nichts miteinander zu tun - außer dass beide Pflanzen in der Geschichte der Menschheit als spirituelle Werkzeuge genutzt wurden.

Gibt es sichere, legale Alternativen zu Peyote?

Es gibt keine legale Alternative, die dieselbe Wirkung wie Mescaline hat. Einige Menschen nutzen Psilocybin-Pilze - aber auch diese sind in Deutschland illegal. Legale Optionen wie Meditation, Atemtechniken, Sensorik-Deprivation oder Klangtherapie können ähnliche Erfahrungen von Erweiterung und innerer Ruhe hervorrufen - ohne rechtliche oder gesundheitliche Risiken.

Was passiert, wenn man Peyote mit Alkohol mischt?

Das ist extrem gefährlich. Alkohol belastet die Leber, verstärkt Übelkeit und kann die Wirkung von Mescaline unvorhersehbar verändern. In traditionellen Zeremonien wird Alkohol strikt vermieden. Die Kombination kann zu schweren Kreislaufproblemen, Panikattacken oder sogar zu einem medizinischen Notfall führen.

Sabine Richter

Sabine Richter

Als Expertin in den Bereichen hhc h4cbd cbd thcp thcv hhc-p hhc-o helfe ich Menschen, das Beste aus ihren Erfahrungen mit CBD und Vaping zu machen. Ich bin fasziniert von der Wissenschaft und dem Potenzial hinter diesen Substanzen. Ich liebe es, mein Wissen über CBD, Vaping und verwandte Themen zu teilen und meinem Publikum zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Neben meiner Berufsarbeit schreibe ich gerne über meine Erlebnisse und Forschungen in diesem Bereich.