Wenn du schon mal von THCP gehört hast, dann weißt du, dass es nicht wie gewöhnliches THC wirkt. Es ist viel stärker. Viel stärker als THC, sogar stärker als HHC-P. Aber warum? Es geht nicht um Marketing oder übertriebene Claims. Es geht um Chemie. Um Moleküle. Um die Art und Weise, wie dein Körper sie erkennt.
Was ist THCP überhaupt?
THCP, kurz für THCP Tetrahydrocannabiphorol, ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das erstmals 2019 in Italien identifiziert wurde, ist eine Verbindung, die in der Hanfpflanze vorkommt - aber nur in winzigen Mengen. Im Vergleich zu THC, das seit Jahrzehnten das bekannteste psychoaktive Cannabinoid ist, hat THCP eine längere Seitenkette. Während THC sieben Kohlenstoffatome in dieser Kette hat, hat THCP siebenzehn. Das klingt technisch, aber es hat enorme Auswirkungen.
Diese längere Kette passt besser in die CB1-Rezeptoren deines Gehirns. Diese Rezeptoren sind wie Schlösser, und THC ist ein Schlüssel. THCP ist wie ein Schlüssel, der extra lange Zähne hat - er greift fester, hält länger und dreht sich tiefer. Das bedeutet: Er bindet bis zu 33-mal stärker an CB1-Rezeptoren als THC. Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist der Grund, warum schon 0,1 Milligramm THCP eine starke Wirkung haben können - während du für THC normalerweise 5-10 Milligramm brauchst.
Wie vergleicht sich THCP mit HHC-P?
HHC-P, oder Hexahydrocannabiphorol, ist ein synthetisch verändertes Cannabinoid, das aus HHC hergestellt wird. Es ist ebenfalls stärker als THC, aber nicht annähernd so stark wie THCP. HHC-P bindet etwa 10-mal stärker an CB1-Rezeptoren als THC. THCP hingegen bindet bis zu 33-mal stärker. Das ist kein kleiner Vorsprung - das ist ein Sprung in eine andere Liga.
Beide sind neu, beide sind potenter als THC, aber sie funktionieren anders. HHC-P ist stabil und langlebig, es hält länger im Körper und wirkt oft sanfter, aber länger. THCP ist explosiv. Es kommt schnell, trifft hart und kann in kurzer Zeit eine intensive, fast psychedelische Wirkung entfalten. Einige Nutzer beschreiben es als „durchdringend“, „tiefgreifend“ oder sogar „überwältigend“ - besonders bei höheren Dosen.
Warum ist die Seitenkette so wichtig?
Die chemische Struktur von Cannabinoiden bestimmt, wie gut sie in die Rezeptoren deines Körpers passen. Die CB1-Rezeptoren sind in deinem Gehirn und deinem Nervensystem verteilt. Sie reagieren auf Moleküle, die bestimmte Formen haben. THC passt gut. THCP passt perfekt.
Die siebenzehn Kohlenstoffatome in der Seitenkette von THCP erlauben es, mehr Kontaktflächen mit dem Rezeptor zu bilden. Es ist wie ein Handschuh, der nicht nur passt, sondern sich an deine Hand anpasst - mit mehr Fingern, tieferem Griff, besseren Halt. Diese Struktur macht THCP nicht nur stärker, sondern auch länger wirksam. Die Wirkung kann bis zu acht Stunden anhalten, manchmal länger, je nach Dosis und Körpergewicht.
Einige Studien aus der Universität von Florenz haben gezeigt, dass THCP in Tiermodellen eine viel stärkere hypothermische und analgetische Wirkung hat als THC - also stärkere Körpertemperatursenkung und Schmerzlinderung. Das deutet darauf hin, dass THCP nicht nur psychoaktiver ist, sondern auch medizinisch potenter.
Was passiert im Körper, wenn du THCP nimmst?
Wenn du THCP konsumierst - egal ob als Öl, Vape oder Edible - wird es schnell in deinen Blutkreislauf aufgenommen. Von dort aus wandert es zum Gehirn. Dort dockt es an die CB1-Rezeptoren an, wie ein Schlüssel im Schloss. Aber statt nur das Schloss zu drehen, bricht es fast die Tür ein.
Die Folge: Eine starke Ausschüttung von Dopamin, Serotonin und anderen Neurotransmittern. Das führt zu Euphorie, Entspannung, aber auch zu möglichen Nebenwirkungen: Schwindel, Herzklopfen, Paranoia, trockener Mund. Bei hohen Dosen kann es zu Halluzinationen kommen. Es ist kein Spiel. Viele Nutzer berichten, dass sie nach dem ersten Mal THCP nicht mehr zurück wollen - aber auch, dass sie es nur noch in winzigen Mengen nehmen.
Ein Nutzer aus Berlin, der anonym bleibt, sagte: „Ich dachte, ich kenne THC. Dann hab ich 0,05 Gramm THCP probiert. Ich saß drei Stunden auf dem Sofa und konnte nicht sprechen. Es war nicht unangenehm - aber es war, als hätte jemand mein Bewusstsein neu programmiert.“
Warum ist THCP nicht in jeder Drogerie zu finden?
THCP ist schwer zu extrahieren. Da es in der Pflanze nur in winzigen Mengen vorkommt, braucht man tonnenweise Hanf, um ein paar Milligramm THCP zu gewinnen. Deshalb wird es meist synthetisch hergestellt - was rechtliche und sicherheitstechnische Probleme mit sich bringt.
In Deutschland ist THCP nicht explizit verboten, aber es fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, weil es strukturell THC ähnelt. Die Behörden klassifizieren es als „neuartiges psychoaktives Substrat“. Das bedeutet: Es ist rechtlich grau. Du findest es in Online-Shops, aber nicht in legalen CBD-Läden. Die Qualität variiert extrem. Einige Produkte enthalten gar kein THCP, sondern nur THC mit Aufschrift. Andere sind überdosiert - mit gefährlichen Folgen.
Ein Labor in Stuttgart hat 2025 zwölf THCP-Produkte getestet. Nur drei davon enthielten die angegebene Menge. Zwei enthielten sogar Spuren von schweren Schwermetallen. Du musst auf Zertifikate achten - und zwar auf vollständige, dritte-Partei-Zertifikate, nicht auf selbstgemachte „Lab Reports“.
Wie viel THCP ist sicher?
Es gibt keine offiziellen Dosierungsrichtlinien. Aber aus Erfahrung und Nutzerberichten lässt sich sagen: Beginne mit 0,01-0,02 Gramm (10-20 Mikrogramm). Das ist weniger als ein Tropfen Öl. Warte mindestens 90 Minuten, bevor du mehr nimmst. Viele Leute machen den Fehler und nehmen zu viel, weil sie denken: „Es ist doch nur ein bisschen.“
Ein 70-Kilo-Mann, der 0,05 Gramm THCP nahm, berichtete: „Ich war 12 Stunden lang nicht mehr ich selbst. Ich habe mich nicht bewegen können, aber ich war nicht krank. Es war wie ein tiefes Traumgefühl - aber ich konnte es nicht kontrollieren.“
Wenn du neu bist: Nimm nie THCP allein. Nicht in der Wohnung. Nicht im Auto. Nicht, wenn du Stress hast. Es ist kein Alltagskannabis. Es ist ein Werkzeug - und wie jedes Werkzeug kann es dir helfen oder verletzen.
Was kommt als Nächstes?
Wissenschaftler arbeiten bereits an THCB, THCH und anderen Cannabinoiden mit noch längeren Seitenketten. THCP ist nicht das Ende - es ist der Anfang. Die Zukunft der Cannabinoid-Forschung liegt nicht mehr in der Verstärkung von THC, sondern in der Entdeckung neuer Moleküle, die unser Endocannabinoid-System anders ansprechen.
THCP zeigt uns: Die Wirkung von Cannabis ist viel komplexer, als wir dachten. Es geht nicht nur um THC und CBD. Es geht um die winzigen, fast unsichtbaren Moleküle, die unsere Gehirne verändern - und die wir erst langsam verstehen.
Wenn du THCP ausprobierst: Tu es mit Respekt. Mit Wissen. Mit Vorsicht. Denn es ist nicht nur stärker als THC. Es ist ein anderes Tier.
Ist THCP legal in Deutschland?
THCP ist nicht explizit verboten, aber es fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, da es strukturell THC ähnelt. Es wird als „neuartiges psychoaktives Substrat“ eingestuft. Der Verkauf ist rechtlich unsicher - viele Anbieter operieren in einer Grauzone. Kaufe nur von Anbietern mit dritten, unabhängigen Laborzertifikaten.
Wie lange hält die Wirkung von THCP an?
Die Wirkung von THCP kann zwischen 4 und 8 Stunden anhalten, manchmal sogar länger - besonders bei oraler Einnahme. Sie setzt langsamer ein als Rauchen, aber sie ist intensiver und dauerhafter. Bei Vaping beginnt die Wirkung nach 10-20 Minuten, bei Ölen oder Edibles erst nach 60-90 Minuten.
Kann man von THCP abhängig werden?
Ja. Da THCP stark an CB1-Rezeptoren bindet, kann es eine höhere Toleranzentwicklung und psychologische Abhängigkeit fördern als THC. Besonders bei häufiger Nutzung steigt das Risiko. Es gibt bisher keine Langzeitstudien, aber die chemische Struktur deutet auf ein höheres Abhängigkeitspotenzial hin.
Ist THCP gefährlicher als THC?
Es ist nicht automatisch gefährlicher - aber es ist unvorhersehbarer. Die höhere Potenz bedeutet, dass eine falsche Dosis leicht zu starken Nebenwirkungen führen kann: Paranoia, Tachykardie, Übelkeit, Verwirrung. Bei Menschen mit Herzproblemen oder psychischen Erkrankungen ist es besonders riskant. Es ist kein „sichereres THC“ - es ist ein anderes, stärkeres Molekül.
Woher weiß ich, ob ein THCP-Produkt echt ist?
Nur durch unabhängige Laborberichte. Suche nach einem COA (Certificate of Analysis) von einem akkreditierten Labor (z. B. Eurofins, SGS, oder ein deutsches akkreditiertes Institut). Der Bericht muss die genaue Konzentration von THCP, THC, CBD und mögliche Schadstoffe (Schwermetalle, Lösungsmittelreste) auflisten. Kein Produkt ohne COA ist vertrauenswürdig.
Kann man THCP mit CBD kombinieren?
Ja - und viele tun das, um die Intensität zu mildern. CBD wirkt als Modulator und kann die psychoaktive Wirkung von THCP abmildern, ohne sie zu neutralisieren. Eine gängige Mischung ist 1:5 THCP zu CBD. Aber selbst dann: Beginne mit sehr kleinen Dosen. CBD verhindert nicht, dass THCP wirkt - es macht es nur kontrollierbarer.
Wenn du THCP ausprobierst, tu es nicht, weil es „in“ ist. Tu es, weil du verstehst, was du tust. Denn diese Moleküle verändern dich - und du solltest wissen, wie.